Zuckerfest am 07.07.2016

Beim bunten Zuckerfest in der LOK Arrival feiern Gefl├╝chtete und M├╝nchnerInnen gemeinsam das Ende von Ramadan

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├ťber ein St├╝ck Heimat in M├╝nchen freuten sich die Gefl├╝chteten aus aller Welt am Donnerstag, den 07.07. beim Zuckerfest auf dem Vorplatz der LOK Arrival. Die Freizeitst├Ątte f├╝r gefl├╝chtete Kinder und Jugendliche auf dem Gel├Ąnde der Bayernkaserne investierte ├╝ber Wochen der Vorbereitung viel Zeit und Energie, um allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Bayernkaserne ein fr├Âhliches und buntes Zuckerfest zu bereiten. Traditionell feiern Muslime drei Tage lang das Ende von Ramadan gemeinsam mit ihren┬á Familien und Freunden. Es wird ausgiebig gegessen, getanzt und die Kinder erhalten Geschenke. Umso h├Ąrter trifft es viele Gefl├╝chtete in Deutschland, die ohne ihre Angeh├Ârigen hier sind und keine M├Âglichkeit haben ihre Traditionen und Feste zu zelebrieren. Genau diesen Menschen wollte das Team der LOK Arrival einen tollen Tag bescheren.

Die 4 P├ĄdagogInnen stellten ein vielf├Ąltiges Programm auf die Beine mit sportlichen, kreativen und s├╝├čen Angeboten f├╝r Gro├č und Klein. Ganz landestypisch f├╝r Syrien, Afghanistan, Pakistan und Somalia wurden Henna Tattoos auf die Haut gemalt. Auch die Version mit Glitter wurde begeistert von den gefl├╝chteten Kindern und Jugendlichen angenommen – selbst junge M├Ąnner zierten ihren K├Ârper mit dem Schmuck, den die Schulsozialarbeiterin aus der Schlei├čheimerstra├če mitgebracht haben. An einem anderen Stand setzte sich der Kult um K├Ârperschmuck fort: Am Schminkstand wurden flei├čig von dem Team von Willkommen in M├╝nchen des KJR Kinder geschminkt oder die Landesfarben auf Gesicht und Arme gepinselt. Aber nicht nur die P├ĄdagogInnen und HelferInnen engagierten sich kreativ: Bei der Magazinwerkstatt vom Fahrenden Raum und der T-Shirt-Print Station konnten Besucher ihren Ideen freien Lauf lassen.

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Nat├╝rlich d├╝rfen bei einem Zuckerfest aber auf keinen Fall s├╝├če Leckereien fehlen. Neben Schokokusswettessen und einer S├╝├čigkeitenschleuder gab es┬áf├╝r jeden Eis, was f├╝r eine erfrischende Abwechslung an dem 28 ┬░C hei├čen Tag sorgte.

Mit besonders viel Engagement und Leidenschaft wurden Dosenwerfen und das Gl├╝cksrad betreut. Die beiden ehrenamtlichen Helferinnen waren mit so viel Spa├č und Geduld bei der Sache, dass sie sogar das Angebot, eine Pause zu machen, ausschlugen. Trotz gro├čem Andrang lie├čen sie sich die Ruhe nicht nehmen, erkl├Ąrten die Regeln geduldig auf Deutsch und hielten nebenher Babys im Arm, die ihnen von erfreuten M├╝ttern in den Arm gedr├╝ckt wurden.

F├╝r den gr├Â├čten Ansturm sorgte allerdings der Bewegungsdschungel von Mobilspiel. Die 2-10 J├Ąhrigen st├╝rmten das Luftkissen rauf und runter bis sie ersch├Âpft in die Liegest├╝hle unter den Sonnenschirmen lagen und sich mit den┬áfrisch gebackenen Spiralkartoffeln von der Volxk├╝che M├╝nchen st├Ąrkten.

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F├╝r den notwenigen Festivalcharakter und einer kunterbunten musikalischen Unterhaltung sorgte DJ Ko Mokoress, eine kleine Ber├╝hmtheit aus dem Senegal. Sein Talent alle Nationen gekonnt durch Musik zu vereinen zeigte er von der ersten Minute an. Er erm├Âglichte auch Besuchern eine Performance. So rappte der 13 j├Ąhrige Kais aus Syrien auf der B├╝hne drei Songs und sorgte f├╝r gro├če Begeisterung im Publikum.

Wer sich selbst musikalisch verausgaben wollte, hatte auch die M├Âglichkeit am Stand vom Verein Perspektiven f├╝r junge Fl├╝chtlinge, welche eine gekonnte Trommelsession veranstalteten.

Das Festival hatte eine gut organisierte und friedliche Atmosph├Ąre. Egal welches Alter und aus welchem Land: jeder kam auf seine Kosten. M├╝tter sa├čen gemeinsam im Schatten und genossen den Anblick ihrer strahlenden Kinder, die M├Ąnner verausgabten sich bei den Kooperationspielen, wie Kubb, betreut vom Kinderschutz, einige tanzten und der Rest am├╝sierte sich an den zahlreichen St├Ąnden.┬á Nur das Team der LOK Arrival lief der Schwei├čÔÇŽ neben der Betreuung der Ehrenamtlichen an den St├Ąnden, musste neuer Waffelteil ger├╝hrt, f├╝r ausreichend Wasser gesorgt, Fragen von Besuchern gekl├Ąrt und nebenher immer mal wieder ein nettes Schw├Ątzchen mit extra angereisten┬áehemaligen Fl├╝chtlingen gehalten werden.

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ÔǬUm 19.00 Uhr gab es eine einst├╝ndige musikalische Einheit von der Express Brass Band aus M├╝nchen. Das 10 k├Âpfige Team beeindruckte vor allem mit seinen zahlreichen Instrumenten. Als musikalisches Highlight ÔÇô nicht nur f├╝r afghanische Gefl├╝chtete ÔÇô┬á wurde der Keyboarder Anvar Azizi (aus Afghanistan) genannt. Zwar waren ├╝berwiegend Landsleute auf der Tanzfl├Ąche zu sehen, es bildete sich aber bald ein gro├čer Zuschauerkreis, der flei├čig applaudierte. Dieses St├╝ck Heimaterinnerung sorgte bei einem Afghanen sogar f├╝r Tr├Ąnen, allerdings sah man beim letzten Song ÔÇô einem der bekanntesten in Afghanistan, der als Kreistanz performt wird ÔÇô┬áwieder ein zufriedenes Strahlen. Es war ein sehr ber├╝hrendes Fest f├╝r alle Besucher mit vielen Eindr├╝cken, tollen Momenten und der ein oder anderen Erinnerung an die Heimat.

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