Archiv f├╝r den Monat: Juli 2016

LOK Arrival Sommerfest

Abgesagt Plakat

Leider musste das Sommerfest der LOK Arrival wegen den schrecklichen Ereignissen in M├╝nchen, W├╝rzburg und Ansbach am letzten Wochenende abgesagt werden.

Das Fest h├Ątte am Freitag, den 29.07., stattfinden sollen und w├Ąre ganz im Sinne der V├Âlkerverst├Ąndigung und der Gemeinsamkeiten ├╝ber kulturelle Grenzen hinweg gewesen.

Es waren Musiker, Bands, ein Zauberer und zahlreiche ehrenamtliche Helfer bereit, um gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Bayernkaserne einen wunderbaren Tag zu verbringen.

Uns wurde allerdings nahegelegt, dass diese bunte Gro├čveranstaltung in diesem Moment unpassend auf die Bev├Âlkerung wirken k├Ânnte. Auch wir m├Âchten den Familien der Opfer mit Respekt begegnen und unser herzliches Beileid aussprechen!

Unsere gefl├╝chteten Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien verstehen diese Situation sehr gut und kennen leider Angst, Anschl├Ąge und Terror nur zu gut aus ihren Heimatl├Ąndern. Aktuell arbeiten wir daran, diese Ereignisse, die Fragen und die Angst vor politisch negativen Reaktionen mit den BesucherInnen der LOK Arrival aufzuarbeiten.

Die Gro├čveranstaltung kann aufgrund der zahlreichen Live-Acts, Kooperationspartner und Ehrenamtlichen leider nicht verschoben werden. Dieses Fest w├Ąre nur aufgrund der tollen Unterst├╝tzung von allen Beteiligten m├Âglich gewesen und daf├╝r m├Âchten wir uns sehr, sehr herzlich bedanken!

Zuckerfest am 07.07.2016

Beim bunten Zuckerfest in der LOK Arrival feiern Gefl├╝chtete und M├╝nchnerInnen gemeinsam das Ende von Ramadan

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├ťber ein St├╝ck Heimat in M├╝nchen freuten sich die Gefl├╝chteten aus aller Welt am Donnerstag, den 07.07. beim Zuckerfest auf dem Vorplatz der LOK Arrival. Die Freizeitst├Ątte f├╝r gefl├╝chtete Kinder und Jugendliche auf dem Gel├Ąnde der Bayernkaserne investierte ├╝ber Wochen der Vorbereitung viel Zeit und Energie, um allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Bayernkaserne ein fr├Âhliches und buntes Zuckerfest zu bereiten. Traditionell feiern Muslime drei Tage lang das Ende von Ramadan gemeinsam mit ihren┬á Familien und Freunden. Es wird ausgiebig gegessen, getanzt und die Kinder erhalten Geschenke. Umso h├Ąrter trifft es viele Gefl├╝chtete in Deutschland, die ohne ihre Angeh├Ârigen hier sind und keine M├Âglichkeit haben ihre Traditionen und Feste zu zelebrieren. Genau diesen Menschen wollte das Team der LOK Arrival einen tollen Tag bescheren.

Die 4 P├ĄdagogInnen stellten ein vielf├Ąltiges Programm auf die Beine mit sportlichen, kreativen und s├╝├čen Angeboten f├╝r Gro├č und Klein. Ganz landestypisch f├╝r Syrien, Afghanistan, Pakistan und Somalia wurden Henna Tattoos auf die Haut gemalt. Auch die Version mit Glitter wurde begeistert von den gefl├╝chteten Kindern und Jugendlichen angenommen – selbst junge M├Ąnner zierten ihren K├Ârper mit dem Schmuck, den die Schulsozialarbeiterin aus der Schlei├čheimerstra├če mitgebracht haben. An einem anderen Stand setzte sich der Kult um K├Ârperschmuck fort: Am Schminkstand wurden flei├čig von dem Team von Willkommen in M├╝nchen des KJR Kinder geschminkt oder die Landesfarben auf Gesicht und Arme gepinselt. Aber nicht nur die P├ĄdagogInnen und HelferInnen engagierten sich kreativ: Bei der Magazinwerkstatt vom Fahrenden Raum und der T-Shirt-Print Station konnten Besucher ihren Ideen freien Lauf lassen.

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Nat├╝rlich d├╝rfen bei einem Zuckerfest aber auf keinen Fall s├╝├če Leckereien fehlen. Neben Schokokusswettessen und einer S├╝├čigkeitenschleuder gab es┬áf├╝r jeden Eis, was f├╝r eine erfrischende Abwechslung an dem 28 ┬░C hei├čen Tag sorgte.

Mit besonders viel Engagement und Leidenschaft wurden Dosenwerfen und das Gl├╝cksrad betreut. Die beiden ehrenamtlichen Helferinnen waren mit so viel Spa├č und Geduld bei der Sache, dass sie sogar das Angebot, eine Pause zu machen, ausschlugen. Trotz gro├čem Andrang lie├čen sie sich die Ruhe nicht nehmen, erkl├Ąrten die Regeln geduldig auf Deutsch und hielten nebenher Babys im Arm, die ihnen von erfreuten M├╝ttern in den Arm gedr├╝ckt wurden.

F├╝r den gr├Â├čten Ansturm sorgte allerdings der Bewegungsdschungel von Mobilspiel. Die 2-10 J├Ąhrigen st├╝rmten das Luftkissen rauf und runter bis sie ersch├Âpft in die Liegest├╝hle unter den Sonnenschirmen lagen und sich mit den┬áfrisch gebackenen Spiralkartoffeln von der Volxk├╝che M├╝nchen st├Ąrkten.

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F├╝r den notwenigen Festivalcharakter und einer kunterbunten musikalischen Unterhaltung sorgte DJ Ko Mokoress, eine kleine Ber├╝hmtheit aus dem Senegal. Sein Talent alle Nationen gekonnt durch Musik zu vereinen zeigte er von der ersten Minute an. Er erm├Âglichte auch Besuchern eine Performance. So rappte der 13 j├Ąhrige Kais aus Syrien auf der B├╝hne drei Songs und sorgte f├╝r gro├če Begeisterung im Publikum.

Wer sich selbst musikalisch verausgaben wollte, hatte auch die M├Âglichkeit am Stand vom Verein Perspektiven f├╝r junge Fl├╝chtlinge, welche eine gekonnte Trommelsession veranstalteten.

Das Festival hatte eine gut organisierte und friedliche Atmosph├Ąre. Egal welches Alter und aus welchem Land: jeder kam auf seine Kosten. M├╝tter sa├čen gemeinsam im Schatten und genossen den Anblick ihrer strahlenden Kinder, die M├Ąnner verausgabten sich bei den Kooperationspielen, wie Kubb, betreut vom Kinderschutz, einige tanzten und der Rest am├╝sierte sich an den zahlreichen St├Ąnden.┬á Nur das Team der LOK Arrival lief der Schwei├čÔÇŽ neben der Betreuung der Ehrenamtlichen an den St├Ąnden, musste neuer Waffelteil ger├╝hrt, f├╝r ausreichend Wasser gesorgt, Fragen von Besuchern gekl├Ąrt und nebenher immer mal wieder ein nettes Schw├Ątzchen mit extra angereisten┬áehemaligen Fl├╝chtlingen gehalten werden.

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ÔǬUm 19.00 Uhr gab es eine einst├╝ndige musikalische Einheit von der Express Brass Band aus M├╝nchen. Das 10 k├Âpfige Team beeindruckte vor allem mit seinen zahlreichen Instrumenten. Als musikalisches Highlight ÔÇô nicht nur f├╝r afghanische Gefl├╝chtete ÔÇô┬á wurde der Keyboarder Anvar Azizi (aus Afghanistan) genannt. Zwar waren ├╝berwiegend Landsleute auf der Tanzfl├Ąche zu sehen, es bildete sich aber bald ein gro├čer Zuschauerkreis, der flei├čig applaudierte. Dieses St├╝ck Heimaterinnerung sorgte bei einem Afghanen sogar f├╝r Tr├Ąnen, allerdings sah man beim letzten Song ÔÇô einem der bekanntesten in Afghanistan, der als Kreistanz performt wird ÔÇô┬áwieder ein zufriedenes Strahlen. Es war ein sehr ber├╝hrendes Fest f├╝r alle Besucher mit vielen Eindr├╝cken, tollen Momenten und der ein oder anderen Erinnerung an die Heimat.

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