Kategorie-Archiv: Aktuelles

Die LOK Arrival bleibt 2018 geöffnet!

Nach drei turbulenten Jahren steht es nun fest, die LOK Arrival bleibt noch ein weiteres Jahr für die jungen Geflüchteten auf der Bayernkaserne als Freizeitstätte geöffnet. Bereits Ende 2016 stand es schon in Frage, ob die beiden Projekte „Willkommen in München“ und „LOK Arrival“ ein weiteres Jahr finanziert werden würden. Der Münchner Stadtrat entschied sich dann dafür.

Jetzt – Ende 2017 – muss „Willkommen in München“ nach Ablauf der Projektbefristung eingestellt werden und die Freizeitstätte Lok Arrival wird im nächsten Jahr mit halbierter Personalstärke zurechtkommen müssen.

Zum Glück wurde einem Antrag auf der Bürgerversammlung Freimann-Schwabing mit großer Mehrheit zugestimmt, der auf die große Relevanz der Einrichtung im Stadtteil hinwies. Daraufhin wurde eine Beschlussvorlage des Sozialreferats vorbereitet, die allerdings erst Ende November im Kinder- und Jugendausschuss zur Behandlung kommt.

Die 60 – 100 Besucherinnen und Besucher, die täglich die Freizeitstätte auf dem Gelände der Bayernkaserne nutzen, zeigen deutlich, dass die Halle 23 nach wie vor eine Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist, die auf dem Gelände wohnen, gewohnt haben oder angrenzend wohnen und das Angebot nutzen wollen.

Als zuverlässiger Kooperationspartner mit umfangreichem Angebot wird die Lok Arrival auch von den anderen Einrichtungen auf dem Gelände wahrgenommen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialdienstes sehen die Freizeitstätte als Gewinn, ohne die es hier – laut einer Assistenzkraft –  „dunkel und trist“ auf dem Gelände wäre.

Natürlich kann das Team mit künftig 2,4 Stellen nächstes Jahr nicht mehr das gleiche Pensum erfüllen, wie es mit fünf Personen auf vier Vollzeitstellen möglich war. Welchen Umfang das pädagogische Angebot haben wird, ist Thema der Konzeptentwicklung in den kommenden Wochen bis zum Jahresende.

Doch trotz Personalabbau sieht das komplette Team es als Gewinn, dass beschlossen wurde, die Freizeitstätte auch 2018 weiter zu finanzieren – wenn auch wieder nur für ein Jahr.

Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen wird inzwischen am Konzept für 2018 gearbeitet. Die Öffnungszeiten, Angebote und auch die Raumgestaltung sollen den Bedürfnissen und Wünschen der Besucherinnen und Besucher noch mehr angepasst werden.

Wir freuen uns auf die neuen Herausforderungen und bedanken uns für die großartige Unterstützung von allen Seiten!

IsarInselFest 2017 – wir sind dabei!

Dieses Jahr ist die Lok Arrival beim Isar Insel Fest mit einem Stand dabei.

Direkt an der Festivalbühne von PlatzDa! stellen wir unseren Stand mit kleiner orientalischer Chill-Out-Area und Kreativworkshops auf. Außerdem können alle Müncherinnen und Münchner einen Eindruck von der Arbeit mit Geflüchteten gewinnen und sich selbst an einem Asyl-Antrag versuchen.

Vom Freitag, den 1.9. bis Sonntag, den 3.9. kann man bei uns Tee trinken, Kekse essen, sich entspannen, mit Henna und Glitzertattoos verzieren lassen oder einfach in den Kissen und Liegestühlen liegen und das Programm auf den verschiedenen Bühnen genießen.

Wir freuen uns über alle Besucherinnen und Besucher, die sich für unsere Arbeit interessieren und ein bisschen Zeit bei und mit uns verbringen wollen.

Der Radiosender M94,5 berichtet über das Fest um die PlatzDa!-Bühne herum.

Zeit der Feste

Die Sommermonate sind die Zeit der Feste.

Grillen, Lagerfeuer, Musik – das alles gehört auch zu den Festen in der LOK Arrival. Im Juni wurde traditionsgemäß das Ende von Ramadan mit einem großen Zuckerfest gekrönt und im Juli folgte direkt das Sommerfest für alle Geflüchteten und BesucherInnen auf dem Gelände der Bayernkaserne.

Beide Tage hätten kaum besser laufen können: strahlender Sonnenschein, tolle Musik, köstliches Essen und die 300-500 BesucherInnen waren eine bunte Mischung aus Geflüchteten aus ganz München, AnwohnerInnen, HelferInnen und bereits bekannten Freunden und Freundinnen des Hauses.

Das bunte Programm beinhaltete jede Menge Kreativangebote, Kinderschminken, die Möglichkeit, sportliches Können unter Beweis zu stellen und Preise zu gewinnen, Trommelworkshops, Magie und Geselligkeit. Musikalisch wurden beide Feste von DJ Ko Mokoress beigleitet, der für gute Laune sorgte und aus den Jugendlichen kleine Nachwuchs-DJs werden ließ. Beim Sommerfest waren zusätzlich noch die Latin-Band „Soul Down“ und eine afghanische Schüler-Band zu hören, die die Menschen zum Tanzen und Mitfeiern brachten.

Für den kulinarischen Beitrag wurde für das Zuckerfest und auch für das Sommerfest extra die Küchencrew der „Culture Kitchen“ eingeladen, die die Feste mit ihren arabischen, syrischen und orientalischen Speisen bereicherten und bei allem, was sie taten, immer auch Zeit zum Tanzen und Spaß haben eingeplant war.

 

Neben den zahlreichen Kooperationspartnern und Ehrenamtlichen haben auch sehr viele Geflüchtete aus der Bayernkaserne kräftig mit angepackt. Ohne die Hilfe bei der Organisation, dem Auf- und Abbau und dem Programm hätte keines der Feste in diesem großen Rahmen stattfinden können.

Die LOK Arrival bedankt sich bei allen, die sich regelmäßig oder einmal für die Kinder und Jugendlichen auf dem Gelände der Bayernkaserne engagieren.

Wie viel Idealismus braucht ihr für euren Job?

Mirjam Scheck im Interview mit den Redakteuren von jetzt.

 

Wofür arbeiten wir eigentlich? Für Geld? Oder um die Welt zu verbessern? Und welchen Unterschied macht das überhaupt? Um das besser zu verstehen, haben wir mit vier Menschen gesprochen, die Flüchtlingen helfen. Mit einem Unterschied: Magdalena und Korbinian engagieren sich ehrenamtlich, Mirjam und Lena verdienen mit ihrer Arbeit Geld. Was treibt sie an? Und hat das Auswirkungen darauf, wie sich das Arbeiten anfühlt? Ist man motivierter, wenn man Geld verdient oder wenn man freiwillig hilft? Eine Diskussion.

Lesen Sie hier mehr über das Interview.

 

 

 

Mädchentag

Zum Thema „Beauty und Schönheitsbilder“ konnten sich alle weiblichen Besucherinnen am Donnerstag, den 09.03.2017 in der LOK Arrival austauschen.

Neben dem typischen „Mädchenkram“ Schminken, Haare machen und Nägel lackieren gab es auch die Möglichkeit zum Fußball spielen, verkleiden und tanzen.
Es wurden Schönheitsideale diskutiert oder einfach der Nachmittag unter Mädels genossen.

Die Mitarbeiterin Beatrice Odierna hat für die rund 60 Mädchen und junge Frauen an diesem Tag nicht nur „Beautyfood“ und Make-Up organisiert, es sollte auch ein Rahmen sein, um Schönheitsideale kritisch zu hinterfragen und der Darstellung von „schönen“ Körpern in den Massenmedien auf den Grund zu gehen.

Durch das Spiel „Schönheitsbarometer“ konnten die Mädchen sich zu Bildern positionieren und sich darüber austauschen, ob sie die ausgesuchen Bilder von geschminkten, ungeschminkten, androgynen oder gephotshopten Frauen als schön oder nicht schön empfinden.

Danach gab es offene Workshops, bei denen frau nach Lust und Laune angemalt, angepinselt, frisiert, kostümiert und fotographiert werden konnte. Dass die Fußballtrainer, die donnerstags mit den Kindern trainieren, männlich waren, störte dabei niemanden – begeistert wurde das Sportangebot trotz Schminke und gemachten Haaren angenommen.

Der Tag war für die Mädchen, jungen Frauen und auch für die Organisatorin ein voller Erfolg und der Austausch wurde sehr genossen. Natürlich wäre das aber ohne die tatkräftige Hilfe der ehrenamtlichen Helferinnen nicht möglich gewesen!

Vielen Dank für die Unterstützung, Mädels!

Dort Krieg, hier Kicker

                    

LOK Arrival ­– Freizeitstätte für junge Geflüchtete

Eben noch im Krisengebiet, jetzt am Kicker: Wenn die Flucht geglückt ist, kommen junge Geflüchtete in der LOK Arrival zur Ruhe. Auf dem Gelände der Bayernkaserne, einer der größten Unterbringungseinrichtungen in München, ist sie für junge Geflüchtete das A und O: Ablenkung und Oase. Mit Kicker, Billard, Bolzplatz und Internet bietet sie Raum für Freizeit, pädagogisch begleitet – wie alle anderen Münchner Freizeitstätten. Und doch ist keine wie diese. Denn die Kinder und Jugendlichen hier sind alle neu in Deutschland, kommen von weit weg, auch aus Kriegs- und Krisengebieten.

Viele Zeichnungen an der Wand zieren Flaggen, etwa die afghanische, die somalische und oft die deutsche. Häufig steht daneben „Thank you!“ oder „Danke!“. Die jungen Geflüchteten fühlen sich wohl hier, geborgen und sicher.

Die LOK Arrival hat 7 Tage die Woche geöffnet, ihre Soccer5-Anlage und die Tischtennisplatten laden zu kleinen sportlichen Wettkämpfen ein, die Leseecke und Brettspiele bieten Entspannung. Musik-, Theater- und Tanzworkshops, Gruppenangebote wie Tischtennis-Training, Breakdance oder Bastelaktionen, spielerisches Deutschlernen, Tae-Bo-Fitness oder Bouldern runden das Angebot ab, aber auch Hausaufgabenbetreuung gibt es. Gemeinsam mit dem fünfköpfigen pädagogischen Team besuchen die Kinder und Jugendlichen Konzerte, Kino und Theater, oft in Zusammenarbeit mit anderen Münchner Freizeitstätten. So erfahren die jungen Geflüchteten, wie sie ihre Freizeit verbringen können – und wie junge Menschen in München das tun. Begegnungen mit einheimischen Jugendlichen gehören zum Konzept. Und ganz nebenbei geht es um alltagspraktische Kompetenzen, etwa das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel.

Ziel ist es, die Integration zu fördern, Freizeitmöglichkeiten zu bieten, Beteiligung zu ermöglichen und den jungen Geflüchteten aus aller Welt zu zeigen, dass sie hier willkommen sind.

Partizipations- und Informationsabend für Geflüchtete in der Bayernkaserne

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Jungen Geflüchteten eine Stimme zu geben und über Ausbildungsmöglichkeiten und Freizeitangebote zu informieren: Das war das Ziel des Informations- und Partizipationsabends in der „LOK Arrival“ – Freizeitstätte für geflüchtete Kinder und Jugendliche (Kreisjugendring München Stadt). Gemeinsam mit dem Jungen Bündnis für Geflüchtete (JBfG) und dem Netzwerk Münchner Migrantenorganisationen (MORGEN) wurden am 26. Oktober Geflüchtete zwischen 15 und 25 Jahren aus allen Münchner Sammelunterkünften in die Räume der LOK Arrival eingeladen. Ca. 200 Menschen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Nigeria, Kamerun und Pakistan nahmen an der Veranstaltung teil. Unter dem Motto „Und was sagst du?“ gaben die Geflüchteten ihre Meinung zu Unterbringungen, Bildungsmöglichkeiten, Freizeit, Willkommensgefühl und Wissen über Asylrecht kund und konnten sich gleichzeitig bei eingeladenen Organisationen informieren.

Die Türen zur Halle wurden um 18:30 Uhr für alle Besucherinnen und Besucher geöffnet, die sogleich wissbegierig hereinströmten. Den großen Ansturm hatten die ehrenamtlichen Helfer am Eingang zum Glück schnell unter Kontrolle, denn zu Beginn musste jedem Einzelnen der Ablauf und das Konzept des Abends erklärt werden. Um die sprachlichen Barrieren zu umschiffen, wurde der Abend von einem vierköpfigen Dolmetscher-Team unterstützt, die alle Informationen fleißig auf Arabisch, Dari, Farsi, Tigrinja und Somali übersetzten. Das System war allerdings schnell erklärt: mit den roten (schlecht), gelben (gut)  und grünen (sehr gut) Punkten wurden die Fragen beantwortet und wenn jedes Themengebiet besucht wurde, gab es für alle Teilnehmenden ein leckeres veganes Curry mit Reis, das extra von der VolxKüche München e. V. zubereitet wurde. Zusätzlich konnten die individuellen inhaltlichen Fragen an den Informationsständen zur Diskussion gebracht werden.

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Die Moderation des Abends übernahm die pädagogischer Mitarbeiterin der LOK Arrival Mira Walter und führte die Besucherinnen und Besucher, die Helfer und die Mitarbeiter an den Informationsständen durch den Abend. Nach zwei Stunden angeregtem Austausch und köstlichem Essen wurden die Ergebnisse der Fragen ausgewertet und kurz vorgestellt.

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Unterstützt wurde der Abend von zahlreichen Kooperationspartner, die sich bereit erklärt haben, den Besucherinnen und Besuchern beratend zur Seite zu stehen. „Hierfür möchten wir uns bei den jungen Geflüchteten und Organisationen sehr herzlich bedanken, mit diesen riesen Ansturm und dem hohen Interesse hätten wir nicht gerechnet“ sagt Jennifer Sykora (Leiterin LOK Arrival).

Für dieses Netzwerk haben sich zahlreiche Münchner Organisationen, Vereine und Bildungseinrichtungen gefunden, die ihre Informationen teilen wollen und den Besuchern beratend zur Seite zu stehen werden:

Lighthouse Welcome Center, Innere Mission, buntkicktgut, InVia, Flüchtlingshilfe München e.V., Refugee Scholars Forum (LMU), TUM, Hochschule München, IBZ München, Münchner Bildungswerk, Marikas, RefuDocs, Psychotherapeutische Sprechstunde, Max-Planck-Institut für Psychiatrie u.v.m.

Auch die politischen Jugendorganisationen nutzten den Abend zum Gespräch mit Geflüchteten und erklärten die Zuständigkeiten und politischen Entscheidungsprozesse in der Flüchtlingspolitik.

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Und was sagst du?

Münchner Geflüchtete sagen ihre Meinung

Am Mittwoch, den 26. Oktober findet in der Bayernkaserne ein Abend zum Thema Partizipation und Mitbestimmung für Münchner Geflüchtete statt.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom Jungen Bündnis für Geflüchtete e.V.  und der Freizeitstätte für geflüchtete Kinder und Jugendliche LOK Arrival vom KJR. Sie richtet sich an alle geflüchteten Kinder, Jugendlichen, junge Erwachsenen und Familien, die in München untergebracht sind. In diesem Rahmen soll die Möglichkeit entstehen, Wünsche, Kritik und Anregungen zu äußern oder sich über die Angebote zu informieren, die ihnen in der bayerischen Hauptstadt zur Verfügung stehen.

Das Ziel ist es, Geflüchteten in München eine Stimme zu geben und zur Diskussion anzuregen. In den verschiedenen Themenbereichen Freizeitgestaltung, Wege der Bildung (Schule, Studium, Ausbildung, Arbeit, Deutsch- und Integrationskurse), Asyl -und Rechtsberatung, Unterkünfte (Essen, Wohnen) und „Sonstiges“ in München (Integration, Beratungsstellen) sollen die Besucher bewerten können, wie gut informiert und betreut sie sich fühlen.

Zu diesem Anlass haben sich zahlreiche Münchner Organisationen, Vereine und Bildungseinrichtungen gefunden, die ihre Informationen teilen wollen und den Besuchern beratend zur Seite zu stehen werden.

Die Ergebnisse der Befragung über die Zufriedenheit der Geflüchteten in München sollen natürlich nicht ungehört bleiben. Dem Jungen Bündnis für Geflüchtete  sollen sie als Argumentationsgrundlage dienen, um die Bedürfnisse politische Stadtgeschehen mit einzubinden und die Kultur der Mitbestimmung vorzuleben.

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Interessierte Geflüchtete können sich gerne per Mail oder auf unserer Facebook-Seite anmelden.

LOK Arrival Sommerfest

Abgesagt Plakat

Leider musste das Sommerfest der LOK Arrival wegen den schrecklichen Ereignissen in München, Würzburg und Ansbach am letzten Wochenende abgesagt werden.

Das Fest hätte am Freitag, den 29.07., stattfinden sollen und wäre ganz im Sinne der Völkerverständigung und der Gemeinsamkeiten über kulturelle Grenzen hinweg gewesen.

Es waren Musiker, Bands, ein Zauberer und zahlreiche ehrenamtliche Helfer bereit, um gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Bayernkaserne einen wunderbaren Tag zu verbringen.

Uns wurde allerdings nahegelegt, dass diese bunte Großveranstaltung in diesem Moment unpassend auf die Bevölkerung wirken könnte. Auch wir möchten den Familien der Opfer mit Respekt begegnen und unser herzliches Beileid aussprechen!

Unsere geflüchteten Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien verstehen diese Situation sehr gut und kennen leider Angst, Anschläge und Terror nur zu gut aus ihren Heimatländern. Aktuell arbeiten wir daran, diese Ereignisse, die Fragen und die Angst vor politisch negativen Reaktionen mit den BesucherInnen der LOK Arrival aufzuarbeiten.

Die Großveranstaltung kann aufgrund der zahlreichen Live-Acts, Kooperationspartner und Ehrenamtlichen leider nicht verschoben werden. Dieses Fest wäre nur aufgrund der tollen Unterstützung von allen Beteiligten möglich gewesen und dafür möchten wir uns sehr, sehr herzlich bedanken!

Zuckerfest am 07.07.2016

Beim bunten Zuckerfest in der LOK Arrival feiern Geflüchtete und MünchnerInnen gemeinsam das Ende von Ramadan

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Über ein Stück Heimat in München freuten sich die Geflüchteten aus aller Welt am Donnerstag, den 07.07. beim Zuckerfest auf dem Vorplatz der LOK Arrival. Die Freizeitstätte für geflüchtete Kinder und Jugendliche auf dem Gelände der Bayernkaserne investierte über Wochen der Vorbereitung viel Zeit und Energie, um allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Bayernkaserne ein fröhliches und buntes Zuckerfest zu bereiten. Traditionell feiern Muslime drei Tage lang das Ende von Ramadan gemeinsam mit ihren  Familien und Freunden. Es wird ausgiebig gegessen, getanzt und die Kinder erhalten Geschenke. Umso härter trifft es viele Geflüchtete in Deutschland, die ohne ihre Angehörigen hier sind und keine Möglichkeit haben ihre Traditionen und Feste zu zelebrieren. Genau diesen Menschen wollte das Team der LOK Arrival einen tollen Tag bescheren.

Die 4 PädagogInnen stellten ein vielfältiges Programm auf die Beine mit sportlichen, kreativen und süßen Angeboten für Groß und Klein. Ganz landestypisch für Syrien, Afghanistan, Pakistan und Somalia wurden Henna Tattoos auf die Haut gemalt. Auch die Version mit Glitter wurde begeistert von den geflüchteten Kindern und Jugendlichen angenommen – selbst junge Männer zierten ihren Körper mit dem Schmuck, den die Schulsozialarbeiterin aus der Schleißheimerstraße mitgebracht haben. An einem anderen Stand setzte sich der Kult um Körperschmuck fort: Am Schminkstand wurden fleißig von dem Team von Willkommen in München des KJR Kinder geschminkt oder die Landesfarben auf Gesicht und Arme gepinselt. Aber nicht nur die PädagogInnen und HelferInnen engagierten sich kreativ: Bei der Magazinwerkstatt vom Fahrenden Raum und der T-Shirt-Print Station konnten Besucher ihren Ideen freien Lauf lassen.

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Natürlich dürfen bei einem Zuckerfest aber auf keinen Fall süße Leckereien fehlen. Neben Schokokusswettessen und einer Süßigkeitenschleuder gab es für jeden Eis, was für eine erfrischende Abwechslung an dem 28 °C heißen Tag sorgte.

Mit besonders viel Engagement und Leidenschaft wurden Dosenwerfen und das Glücksrad betreut. Die beiden ehrenamtlichen Helferinnen waren mit so viel Spaß und Geduld bei der Sache, dass sie sogar das Angebot, eine Pause zu machen, ausschlugen. Trotz großem Andrang ließen sie sich die Ruhe nicht nehmen, erklärten die Regeln geduldig auf Deutsch und hielten nebenher Babys im Arm, die ihnen von erfreuten Müttern in den Arm gedrückt wurden.

Für den größten Ansturm sorgte allerdings der Bewegungsdschungel von Mobilspiel. Die 2-10 Jährigen stürmten das Luftkissen rauf und runter bis sie erschöpft in die Liegestühle unter den Sonnenschirmen lagen und sich mit den frisch gebackenen Spiralkartoffeln von der Volxküche München stärkten.

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Für den notwenigen Festivalcharakter und einer kunterbunten musikalischen Unterhaltung sorgte DJ Ko Mokoress, eine kleine Berühmtheit aus dem Senegal. Sein Talent alle Nationen gekonnt durch Musik zu vereinen zeigte er von der ersten Minute an. Er ermöglichte auch Besuchern eine Performance. So rappte der 13 jährige Kais aus Syrien auf der Bühne drei Songs und sorgte für große Begeisterung im Publikum.

Wer sich selbst musikalisch verausgaben wollte, hatte auch die Möglichkeit am Stand vom Verein Perspektiven für junge Flüchtlinge, welche eine gekonnte Trommelsession veranstalteten.

Das Festival hatte eine gut organisierte und friedliche Atmosphäre. Egal welches Alter und aus welchem Land: jeder kam auf seine Kosten. Mütter saßen gemeinsam im Schatten und genossen den Anblick ihrer strahlenden Kinder, die Männer verausgabten sich bei den Kooperationspielen, wie Kubb, betreut vom Kinderschutz, einige tanzten und der Rest amüsierte sich an den zahlreichen Ständen.  Nur das Team der LOK Arrival lief der Schweiß… neben der Betreuung der Ehrenamtlichen an den Ständen, musste neuer Waffelteil gerührt, für ausreichend Wasser gesorgt, Fragen von Besuchern geklärt und nebenher immer mal wieder ein nettes Schwätzchen mit extra angereisten ehemaligen Flüchtlingen gehalten werden.

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‪Um 19.00 Uhr gab es eine einstündige musikalische Einheit von der Express Brass Band aus München. Das 10 köpfige Team beeindruckte vor allem mit seinen zahlreichen Instrumenten. Als musikalisches Highlight – nicht nur für afghanische Geflüchtete –  wurde der Keyboarder Anvar Azizi (aus Afghanistan) genannt. Zwar waren überwiegend Landsleute auf der Tanzfläche zu sehen, es bildete sich aber bald ein großer Zuschauerkreis, der fleißig applaudierte. Dieses Stück Heimaterinnerung sorgte bei einem Afghanen sogar für Tränen, allerdings sah man beim letzten Song – einem der bekanntesten in Afghanistan, der als Kreistanz performt wird – wieder ein zufriedenes Strahlen. Es war ein sehr berührendes Fest für alle Besucher mit vielen Eindrücken, tollen Momenten und der ein oder anderen Erinnerung an die Heimat.

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